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Verständlich erklärt

Alles Wichtige zu Ursachen, Diagnostik, Therapie und Erwartungen

Sie haben oder kennen jemanden mit Osteoporose?

(Stand: August 2025 | Lesezeit: ca. 11 Minuten)

Lieber Kunde, Patient und/oder (Fach)Arzt,

Rund 6 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Osteoporose — ein Drittel davon erleidet einen Knochenbruch. Besonders betroffen: Frauen nach der Menopause, ältere Männer über 70. Doch Osteoporose ist kein unausweichliches Schicksal. Krafttraining, Vitamin D und Sturzprävention können Knochenbrüche erheblich reduzieren — und beginnen nie zu spät.

Fakten und Antworten zu Osteoporose

Fundierte Informationen zu Ursachen, Behandlung und Therapiemöglichkeiten

Anatomie

Knochen ist lebendes Gewebe im ständigen Umbau (Remodeling): Osteoklasten bauen Knochen ab, Osteoblasten bauen auf. Bis ca. 30 Jahre überwiegt Aufbau (Peak Bone Mass). Danach überwiegt Abbau — bei Frauen beschleunigt durch Östrogenabfall nach Menopause. T-Score (DXA): kleiner gleich -1,0 Osteopenie, kleiner gleich -2,5 Osteoporose. Prädilektionsstellen für Frakturen: Wirbelkörper (stumm), Oberschenkelhals, distaler Radius (Colles).

Wie entsteht die Problematik?

Primäre Osteoporose: alters- und hormonell bedingt (postmenopausale, senile Form). Sekundäre Osteoporose: Kortikosteroide (häufigste medikamentöse Ursache), Schilddrüsenüberfunktion, Rheumatoide Arthritis, Malabsorption, Anorexia nervosa, Alkohol, Rauchen. Risikofaktoren: Vitamin-D-/Kalzium-Mangel, Bewegungsmangel, Untergewicht, Familienanamnese.

Diagnostik

DXA (Dual-Energy X-ray Absorptiometry): Goldstandard, Hüfte plus LWS. FRAX-Score: 10-Jahres-Frakturrisiko berechnen. Labor: Kalzium, Phosphat, Vitamin D (25-OH-D3), Parathormon, Schilddrüse, Niere. Röntgen: Wirbelkörperdeformitäten. Osteodensitometrie alle 2 bis 3 Jahre bei bestehender Osteoporose unter Therapie.

Mythen

Mythos 1: „Bei Osteoporose ist Sport gefährlich — der Knochen könnte brechen." Das Gegenteil ist belegt. Mechanische Belastung stimuliert Knochenaufbau (Piezoelektrischer Effekt). Krafttraining und Stoßbelastungen (Springen, schnelles Gehen) verbessern Knochendichte und -struktur nachweislich.

Mythos 2: „Kalzium-Tabletten reichen zur Osteoporose-Prävention." Kalzium allein ohne ausreichend Vitamin D wird kaum resorbiert. Vitamin D (Ziel: über 30 ng/ml 25-OH-D3) ist für Kalziumresorption essenziell. Und: Bewegung ist für Knochenqualität wirksamer als Supplementierung allein.

Mythos 3: „Osteoporose betrifft nur alte Frauen." Männer entwickeln in 20 % der Fälle eine Osteoporose. Sekundäre Osteoporose durch Kortison trifft alle Altersgruppen. Präventiver Aufbau von Knochenmasse beginnt in der Jugend.

Operation? Ja oder nein?

Wirbelkörperfrakturen: Kyphoplastie/Vertebroplastie (Zementauffüllung bei starken Schmerzen). Oberschenkelhalsfraktur: Totalendoprothese oder Osteosynthese. Medikamentöse Therapie: Bisphosphonate (Alendronsäure, Zoledronat), Denosumab, Romosozumab — nach ärztlicher Abklärung. Kalzium 1000 mg plus Vitamin D 800 bis 2000 IE täglich als Basis.

Was können Sie als Patient oder Arzt bei/von uns erwarten?

Training: Krafttraining (progressive Überlastung) ist die evidenzstärkste Maßnahme für Knochen — Osteoblasten reagieren auf mechanische Last. Stoßbelastungen: Seilspringen, Treppensteigen, schnelles Gehen auf hartem Untergrund. Gleichgewichtstraining (Einbeinstand, Tai Chi) zur Sturzprävention — reduziert Sturzhäufigkeit um 30 bis 40 %.

Ernährung & Lebensstil: Kalzium: 1000 bis 1200 mg/Tag (Milchprodukte, Sesam, Brokkoli, Mineralwasser über 400 mg/l). Vitamin D: Supplementierung in Deutschland meist notwendig (Wintermonate, ältere Menschen). Rauchen einstellen, Alkohol weniger als 1 Einheit/Tag. Proteinreich (1,0 bis 1,2 g/kg) für Muskel und Knochen.

Therapie: Physiotherapie: Kraft- und Gleichgewichtstraining, Haltungsschulung, Sturzanalyse, Hilfsmittelversorgung (Gehstock, Rollator). Ergotherapie: Wohnungsanpassung (Stolperfallen entfernen, Haltegriffe). Orthopädische Schuhversorgung bei Instabilität.

Edukation: Sturz-Risikofaktoren im häuslichen Umfeld erkennen und beseitigen. Vitamin D-Spiegel kennen. FRAX-Score verstehen. Knochengesundheit als lebenslange Priorität.

Fazit

Osteoporose ist behandelbar — und Frakturen sind vermeidbar. Wer früh anfängt, aktiv zu sein, hat die besten Karten. Wer spät anfängt, hat immer noch Karten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Knochen stärken und sicher bleiben.

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